Irisdiagnostik:
Der Begriff “Irisdiagnostik” erfasst die Komplexität der Augendiagnostik nur unvollständig. Bei der Irisdiagnose werden Zeichen, Farbveränderungen, Pigmente etc. der Iris zu diagnostischen Zwecken genutzt. Bei der Augendiagnose jedoch kommt das gesamte Auge einschließlich der Umgebung in Betracht. Aus diesem Grund spreche ich lieber von der Augendiagnose. Die Augendiagnose nutzen wir als Hinweisdiagnose. Sie kann, wie andere Diagnoseformen auch, nicht für sich den Anspruch der Vollständigkeit erheben. Auch mit der Augendiagnose bekommt man die Diagnose nicht auf einem Tablett serviert, es gehört langjährige Erfahrung dazu, die Spreu vom Weizen zu trennen. Die Stärke der Augendiagnose liegt darin, unumstößliche Informationen über die Konstitution, die Disposition sowie über die Diathese des Patienten zu bekommen.
 
Auf dem linken Bild erkennt man die Iristopographie für die vorwiegend linke Körperseite und auf dem rechten Bild die Iristopographie für die vorwiegend rechte Körperseite.
Die “Konstitution” ist die Summe der angeborenen und im Laufe des Lebens erworbenen Eigenschaften. Sie zeigt die Reaktionsbereitschaft des Individuums, das seine Leistungsfähigkeit bedingt. Die “Disposition” ist die Empfänglichkeit und Ansprechbarkeit des Körpers für Krankheiten. Die “Diathese” ist die angeborene und individuelle Neigung des Organismus zu bestimmten Krankheiten.
Die Augendiagnose gibt uns somit Auskunft über den Zustand des Organsystems, des Bewegungsapparates einschließlich der Wirbelsäule, des Nervensystems, der Gewebeflüssigkeit, der Durchblutung (der Lymphe, des arteriellen und des venösen Blutes). Sie zeigt auf, dass jeder Mensch ein Unikat ist und nicht in ein beliebiges Raster passt.
Die Augendiagnose ist für uns der Schlüssel ins Schlüsselloch des Patienten. Sie ermöglicht uns den Menschen als Ganzes, bestehend aus Körper-Seele-Geist zu sehen. So unterschiedlich wie jedes Schloss ist, so unterschiedlich sind es die Menschen auch.
Die Augendiagnose ist für uns der Beginn jeglicher Untersuchung. Sie diktiert uns das Rezept für den Patienten.
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